Als introvertierter Mensch in einer extrovertierten Arbeitswelt bist du tagtäglich gefordert.

Auf der einen Seite sind die Aufgaben, die du gerne, kompetent und zügig erledigen willst. Auf der anderen Seite gibt es aber auch die Herausforderungen mit den lauten, extrovertierten Kollegen.

Wer sich mit Steve Wozniak, dem Mitbegründer von Apple schon mal näher beschäftigt hat, weiß, dass er introvertiert ist und sich selbst zusätzliche Ruhe und Privatsphäre gönnt, damit er Spitzenleistungen vollbringen kann.

Gerade in der heutigen, schnelllebigen Zeit brauchen wir entsprechende Räume, die es Menschen erlaubt, sich zeitweise in Interaktionen mit Kollegen zu bewegen. Das findet aktuell zumeist lediglich in der Mittagspause in der Kantine statt. Auf der anderen Seite muss es die Möglichkeit geben, sich in persönliche Arbeitsbereiche zurückzuziehen um konzentriert oder alleine arbeiten zu können. Das ist bei den heutigen Großraumbüros so gut wie unmöglich.

Flexible Arbeitsräume und ruhige Zonen

Kleinhenz CoachingEinige Firmen haben den Wert der Einzelarbeit aber bereits verstanden. Sie schaffen „flexible“ Arbeitsräume die sich aus ruhigen Zonen, „Marktplätzen“ als Treffpunkte, Lounges aber auch Leseräumen und Digitalzentren zusammensetzen. In denen können sich die Kollegen miteinander unterhalten, ohne den Arbeitsfluss der Stillen zu stören. Microsoft hat zum Beispiel für viele Angestellte ein eigenes Büro. Sie können aber durch Schiebetüren und mobile Wände entscheiden, wann es jeweils notwendig ist mit anderen zusammen zu arbeiten, oder sich alleine zum Nachdenken zurückzuziehen.

Auch Bosch geht diesen Weg, wenn auch zunächst nur in seinen Entwicklungsbereichen und im neuen Forschungscampus in Renningen.

Von diesen neuen Arbeitsformen profitieren nicht nur wir Introvertierten sondern auch Extrovertierte, die entsprechende Rückzugsmöglichkeiten bekommen.

Produktivität in Großraumbüros

Kleinhenz CoachingDer Amerikaner Tom DeMarco, einer der Partner der Unternehmensberatungsfirma Atlantic Systems Guild und sein Kollege Timothy Lister haben eine Studie über die Produktivität von Mitarbeitern in Großraumbüros durchgeführt.

Demnach mindern Großraumbüros die Produktivität und beeinträchtigen das Gedächtnis. Und nicht nur das, sie machen Menschen krank, feindselig, unmotiviert und unsicher. Mitarbeiter in Großraumbüros leiden viel mehr unter hohem Blutdruck, erhöhtem Stress und sind anfälliger für Grippe.

Außerdem führen sie weniger persönliche oder vertrauliche Gespräche und befürchten, dass Kollegen ihre Telefongespräche belauschen.

Großraumbüros machen krank

Durch die Vielzahl an Mitarbeitern in Großraumbüros sind diese oft lautem und unkontrollierbarem Gesprächslärm ausgesetzt, die Herzfrequenz erhöht sich, das Stresshormon Cortisol wird vermehrt ausgeschüttet und Menschen werden aggressiv und weniger hilfsbereit.

Susan Cain beschreibt in ihrem Buch „Still“ von einer Untersuchung mit 38.000 Angestellten, quer durch alle Bereiche. Der Umstand, in seiner Arbeit unterbrochen zu werden, sei demnach eines der größten Hindernisse für die Produktivität.

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Viele Introvertierte scheinen das instinktiv zu wissen und wehren sich dagegen in Großraumbüros zu arbeiten.

Kreativität braucht kreatives Umfeld

Gerade kreative Menschen brauchen eine kreative Umgebung. Sie ziehen Winkel und Nischen vor, in denen sie sich zurückziehen und für sich sein können. Reebok hat zum Glück vor dem Neubau seine Mitarbeiter gefragt, was sie sich wünschen und so erfahren, dass die Ruhe und Frieden brauchen um sich konzentrieren zu können.

Wenn persönlicher Freiraum eine zwingende Voraussetzung für Kreativität ist, so gilt das auch für die Freiheit vom „Gruppendruck“.

Oder ist es womöglich eine Temperaments-Sache, ob ich gerne alleine oder im großen Büro mit vielen Kollegen arbeite?

Professor Jerome Kagan, einer der großen Entwicklungspsychologen aus Harvard, hat die Gehirne von Introvertierten und Extrovertierten untersucht, um den Ursprüngen des menschlichen Temperaments auf die Schliche zu kommen. Er widmete sich mit seiner Forschung der emotionalen und kognitiven Entwicklung von Kindern. Er hat viele bahnbrechende Langzeitstudien gemacht vom Säugling bis zur Jugend und Persönlichkeitsmerkmale dokumentiert.

Die Persönlichkeit ist demnach ein sehr komplexes Gebilde, das sich erst herausbildet, nachdem persönliche Erfahrungen als Kind und Jugendlicher und auch gesellschaftliche Einflüsse dazukommen. Demnach könnte man sagen: Temperament ist das Fundament und die Persönlichkeit das darauf gebaute Haus.

Introvertierte reagieren sensibler auf äußere Reize wie Lärm, Unterbrechungen oder auch auf eine Besprechung mit vielen Menschen. Dabei brauchen Introvertierte und Extrovertierte oft einen verschieden hohen Grad an Stimulation, um in Höchstform zu kommen.

Geräuschempfindlichkeit sehr unterschiedlich

Bei einem sehr bekannten Experiment gab man Introvertierten und Extrovertierten eine schwierige Aufgabe und bat sie durch Ausprobieren das dahinterliegende Prinzip herauszufinden. Während des Experiments trugen alle Versuchspersonen Kopfhörer über die Geräusche eingespielt wurden. Sie durften die Lautstärke so einstellen, dass es für sie „genau richtig“ war. Interessanterweise wählten die Extrovertierten einen Geräuschpegel von 72 Dezibel. Die Introvertierten dagegen einen Geräuschpegel von 55 Dezibel. Gleichzeitig wurden die Herzfrequenzen beider Versuchsgruppen gemessen. Beide Gruppen schnitten gleich gut bei den Lösungen ab.

Danach wurden die Introvertierten und Extrovertierten mit den jeweiligen Geräuschpegeln der anderen Gruppe in der zuvor bevorzugten Stärke ausgesetzt. Also der hohe Geräuschpegel bei den Introvertierten und der niedrigere bei den Extrovertierten. Der hohe Geräuschpegel hatte bei den Introvertierten eine Leistungssenkung zur Folge und gleichzeitig brauchten sie im Schnitt 9,1 statt zuvor 5,8 Versuche, um die Lösung zu finden. Die Extrovertierten dagegen brauchten 7,3 statt 5,4 Versuche, die sie bei der höheren Lautstärke gebraucht hatten.

Das zeigt sehr beeindruckend, dass sich Introvertierte ihre Energie aus der Stille holen.

Mitarbeiterbindung wichtiger denn je

Firmenbosse tun also gut daran, sich zu überlegen, wie sie künftig ihre Mitarbeiter positiv beeinflussen und stimulieren können und die dafür notwendigen Räume schaffen. Denn so können beide, extrovertierte und introvertierte Mitarbeiter optimal arbeiten, ihre Kreativität zum Blühen und das Unternehmen vorwärts bringen.

Ich möchte behaupten, dass viele Fehltage reduziert werden, wenn Mitarbeiter in die Planungen neuer Arbeitsbereiche einbezogen und gefragt werden, was ihnen wichtig ist. In Zeiten des Fachkräftemangels wird dies sicherlich noch wichtiger werden.

Also Ihr Chefs da draußen, wacht endlich auf und tut euren Unternehmen und Mitarbeitern etwas Gutes.

Aktuell läuft vom Fraunhofer-Instituts für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO die Studie »TEAMAS«. Mit Hilfe der Studienergebnisse wird erforscht, welchen Einfluss die Arbeitsumgebung auf Teams und Teamarbeit hat. Führungskräfte können so herausfinden, wie erfolgreich Ihre Teamarbeit war und wie gut Ihr Arbeitsumfeld für Teamarbeit geeignet ist.

Menschen die erkannt haben, wann sie sich energiegeladener und lebendiger fühlen, haben die Kraft, Jobs zu verlassen, die sie erschöpfen. Sie werden etwas Neues beginnen, das ihnen mehr Spaß macht. Es wäre doch schade wenn du deswegen deine guten Mitarbeiter verlierst.

Introvertierte Mitarbeiter sind wichtige Eckpfeiler deines Unternehmens. Lass diesen „Schmetterling“, wie ich die Introversion gerne nenne, fliegen und nutze deren Stärken.

Deine Brigitte

Hallo, ich bin Brigitte Kleinhenz. Stillen, angestellten Frauen zeige ich, wie sie im Beruf vom Herzen her erfüllt sein können. Mit der richtigen Energie wird dein Mindset aufgebaut, das auch zu deinen eigenen Werten passt. Du erfährst, wie du dein volles Potential entfalten kannst und was für dich wichtig ist, damit du ein glückliches und sinnerfülltes Leben führst. Du lebst JETZT. Sei offen für Neues und lebe deine Einzigartigkeit. Gerne unterstütze ich dich dabei. Ich freue darauf dich kennen zu lernen.
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