Kennst du das? In der doch eher Män­ner dominieren­den Arbeitswelt find­est du auch heute noch Frauen meist als Sach­bear­bei­t­erin oder mal als Grup­pen­lei­t­erin. Wenn es eine Frau bis zur Abteilungslei­t­erin schafft, heißt es gle­ich „Die hat Haare auf den Zäh­nen“ oder sie muss dop­pelt so gut sein, wie ein männlich­er Mit­be­wer­ber.

Warum tick­en wir so? Warum wird Frauen nicht das Poten­tial zuge­s­tanden? Und warum stellen wir Frauen unser Poten­tial immer selb­st „unter den Schef­fel“, verkaufen uns unter Wert?

Oder ist das gar kein reines Frauen­the­ma?

Extro­vertierten Men­schen, egal ob männlich oder weib­lich, wird das Attrib­ut zugeschrieben, dass sie sich gut verkaufen kön­nen. Aber wenn man hin­ter die Fas­sade blickt, ist es oft mehr Schein als Sein.

Viele Intro­vertierte ver­steck­en sich vor sich selb­st. Wie also sollen sie in der Arbeitswelt als poten­tielle Kan­di­dat­en für Führungsauf­gaben gese­hen wer­den. Wir leben heute nun mal in einem Wertesys­tem, das vom „Ide­al der Extra­ver­sion“ geprägt ist. Der Ideal­men­sch ein­er Führungskraft soll gefäl­ligst ein Alphati­er sein, sich „auf der Bühne“ wohl fühlen und alle mitziehen.

Gesprächige oder redege­wandtere Men­schen wer­den meist als inter­es­san­ter und klüger eingeschätzt. Und auch die Laut­stärke und Sprechgeschwindigkeit spielt hier eine entschei­dende Rolle. Und das, obwohl zwis­chen Redege­wandtheit und guten Ideen kein­er­lei Zusam­men­hang beste­ht.

Wie soll da ein intro­vertiert­er Men­sch mithal­ten kön­nen?

Intro­vertierte Men­schen wer­den in der Gesellschaft mit einem „Makel“ stig­ma­tisiert. Sie wer­den als unbe­holfen und far­b­los ange­se­hen.

Susan Cain hat in ihrem Buch „Still“ die enorme Kraft der Intro­vertierten aufgezeigt.

Wer heute Attribute wie Empfind­samkeit, Ern­sthaftigkeit oder Schüchtern­heit mit­bringt, gilt als leicht zu beherrschende Führungsper­sön­lichkeit die von den extro­vertierten Mitar­beit­ern als schwache Führungskraft gese­hen wird.

Aber was wäre die heutige Welt ohne die Intro­vertierten, die Erfind­un­gen und Ideen in die Welt gebracht haben, ohne die wir ärmer wären:

Die Grav­i­ta­tion­s­the­o­rie von New­ton und auch Ein­steins Rel­a­tiv­ität­s­the­o­rie gäbe es nicht. Die bei­den Infor­matik­er, die Google entwick­elt haben. Oder stellt euch mal vor, ohne Joanne K. Rowl­ing hätte es Har­ry Pot­ter nie gegeben. Was wäre uns da ver­loren gegan­gen.

Und trotz, oder vielle­icht auch ger­ade wegen ihrer Intro­ver­sion haben Eleanor Roo­sevelt und Mahat­ma Gand­hi das erre­icht, was sie erre­icht­en.

Heutzu­tage wer­den extro­vertierte Youtube-Stars wie die deutschen Zwill­ings­brüder Heiko und Roman Lochmann oder Deutsch­lands erfol­gre­ich­ste YouTu­berin Bian­ca Heinicke mit ihrem Beau­ty- und Fash­ionkanal Bibis­Beau­tyP­alace verehrt. Viele weib­liche Jugendliche wollen so sein wie sie. Sie wer­den unglück­lich und wom­öglich depres­siv, weil sie als intro­vertierte Men­schen nie die Chance haben, so zu sein wie ihre Lieblingsstars. Und nur, weil sie sich selb­st ver­leug­nen.

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Ich kann mich noch gut erin­nern, dass ich als junges Mäd­chen immer wieder aufge­fordert wurde: „Lass deine Büch­er liegen, geh‘ raus“ und „Du musst aus deinem Sch­neck­en­haus kom­men“. Kein Wun­der, dass ich mich irgend­wie „fehl plaziert“ gefühlt habe und meinen sicheren Panz­er nicht ver­lassen wollte.

Heute weiß ich, dass es viele Vorteile gibt, eine Intro­vertierte zu sein:

  1. Denken

Als Intro denkst du zunächst über ein Prob­lem nach und willst es im Detail ver­ste­hen, bevor du mit ein­er Lösung kommst. Das dauert zwar etwas länger als bei extro­vertierten Kol­le­gen, aber deine Lösung hat Hand und Fuß und ist gut durch­dacht.

  1. Reden

Intro­vertierte reden nur, wenn sie wirk­lich etwas zu sagen haben. Und über­legen sich genau, wie sie es sagen. Sie treiben damit ihren Chef schon mal in die Verzwei­flung, wenn der in ein­er Team­runde bere­its drei Punk­te weit­er ist. Oft drück­en sich auch bess­er schriftlich als mündlich aus.

  1. Zuhören

Intros sind her­vor­ra­gende Zuhör­er. Sie hören auch zwis­chen den Zeilen und spüren die emo­tionalen Schwingun­gen.

  1. Fra­gen

Intros lieben tiefge­hende Gespräche. Nicht den ober­fläch­lichen Smalltalk der keine Ergeb­nisse bringt. Sie kön­nen Fra­gen stellen, viele Fra­gen. Bis sie wis­sen, was sie wis­sen wollen.

  1. Kon­flik­te

Intros gehen Kon­flik­ten gerne aus dem Weg und lieben Har­monie und eine angenehme Arbeit­sumge­bung.

  1. Selb­st­treue

Intros bleiben sich und ihrem eige­nen Stil treu. Sie hauen nicht auf den Tisch, um ihre Ziele zu erre­ichen. Sie machen es auf die leise Art.

  1. Energie

Intros lieben es Energie in Tätigkeit­en zu steck­en, die ihnen liegen und wach­sen dabei über sich selb­st hin­aus

  1. Per­fek­tion­is­mus

Intros sind aus­geprägte Per­fek­tion­is­ten. Mit ein­er 80/20-Regel brauchst du ihnen erst gar nicht zu kom­men. Das ist für sie nicht gut genug. Wenn andere schon längst sagen das ist per­fekt, dann find­en Intros immer noch etwas zu verbessern.

  1. Nach­den­klich

Intros denken viel und lange nach. Das ist ein essen­zieller Bestandteil ihrer selb­st. Das End­los­band in ihrem Kopf, die neu­ronalen Feuer­w­erke sind dabei auch anstren­gend. Und abstellen lassen sie sich lei­der nicht. Intros denken immer.

  1. Ruhe

Vor vie­len Jahren habe ich gesagt bekom­men „In der Ruhe liegt die Kraft“. Dass das für uns Intros wortwörtlich gilt, war mir damals nicht bewusst. Wir schöpfen unsere Kraft tat­säch­lich aus der Ruhe, die uns umgibt. Wir kön­nen uns stun­den­lang nur mit uns alleine beschäfti­gen und brauchen keinen Men­schen dazu.

  1. Schüchtern

Intros wer­den oft als schüchtern beze­ich­net. Oder schüchterne Men­schen als Intro­vertierte. Aber das stimmt nicht. Hin­ter Schüchtern­heit steckt eine Angst, von anderen abgelehnt zu wer­den. Dage­gen ist bei ein­er intro­vertierten Per­son die Aufmerk­samkeit eher nach innen gerichtet. Schüchtern­heit tut immer weh. Intro­vertiertheit dage­gen nicht.

Schade, dass diese bei­den Begriffe immer über einen Kamm geschert wer­den, weil sie sich teil­weise über­schnei­den. Die schüchterne Extro­vertierte Bar­bara Streisand hat eine große Per­sön­lichkeit, lei­det aber unter läh­men­dem Lam­p­en­fieber. Dage­gen ist Bill Gates nicht schüchtern, aber intro­vertiert und bleibt lieber für sich und pfeift auf die Mei­n­ung der anderen.

Natür­lich gibt es auch Intro­vertierte, die zusät­zlich auch noch schüchtern sind, das will ich gar nicht bestre­it­en. Wir dür­fen aber nicht alle Intros in den gle­ichen Topf wer­fen.

Auch nicht jed­er Bücher­wurm ist zwin­gend ein intro­vertiert­er Men­sch, genau­so wenig, wie jed­er Partylöwe unbe­d­ingt extro­vertiert sein muss. Schon C. G. Jung hat bemerkt, dass es keine Rein­form der Extra­ver­sion oder Intro­ver­sion gibt son­dern immer nur Mis­chfor­men. Die Rein­form würde sein­er Ansicht nach im Irren­haus lan­den.

Dass viele Intro­vertierte zusät­zlich noch hochsen­si­bel sind, ist eine weit­ere Aus­prä­gung. Diese Men­schen haben ein aus­geprägtes Gewis­sen und wur­den als Kinder oft als „schüchtern“ betra­chtet. Wenn sie im Mit­telpunkt ste­hen, wer­den sie nervös.

Es ist gut so, dass wir sind, wie wir sind. Und irgen­deinen Grund wird es schon haben, dass es das Per­sön­lichkeitsmerk­mal Intro­ver­sion gibt. Was wäre die Welt ohne Intros?

Wir soll­ten diesen „Schmetter­ling“, wie ich die Intro­ver­sion gerne nenne, viel pos­i­tiv­er bew­erten und unsere Stärken nutzen und zeigen.

Lass deinen Schmetter­ling fliegen…

Deine Brigitte

Hal­lo, ich bin Brigitte Klein­henz. Stillen Frauen zeige ich, wie sie im Beruf vom Herzen her erfüllt sein kön­nen. Mit der richti­gen Energie wird dein Mind­set aufge­baut, das auch zu deinen eige­nen Werten passt. Du erfährst, wie du dein volles Poten­tial ent­fal­ten kannst und was für dich wichtig ist, damit du ein glück­lich­es und sin­ner­fülltes Leben führst. Du leb­st JETZT. Sei offen für Neues und lebe deine Einzi­gar­tigkeit. Gerne unter­stütze ich dich dabei. Ich freue darauf dich ken­nen zu ler­nen.
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